Dienstag, 19. August 2008

lichttherapie



Die Lichttherapie ist in den USA entstanden, dank dem berühmten Professor Rosenthal, der als erstes den Zusammenhang zwischen der Winterdepression, auch saisonale Depression genannt, und dem Lichtmangel entdeckte. Die Behandlung besteht darin, sich täglich von einer medizinischen Lichttherapielampe bestrahlen zu lassen, um den Lichtmangel, der im Winter durch die geringere Sonnenstrahlung entsteht, auszugleichen, und Energie und Elan zurückzuerlangen.





Die Lichttherapie und die saisonale Winterdepression



International als SAD seasonal affective disorder bezeichnet, tritt diese saisonale Depression in der dunklen Zeit des Jahres auf, von September bis April.Der Mangel an natürlichem Tageslicht führt zu zahlreichen Störungen, aber der Hauptfaktor ist die Melatoninabsonderung. Dieses Schlafhormon ist der Ursprung für den Winterblues.



Das Melatonin weckt in uns diesen Bedarf nach Ruhe und diese tägliche Müdigkeit führt entweder zu einem kleineren Stimmungstief oder aber zu einer schweren Depression, die sich negativ auf den alltäglichen Tagesablauf auswirkt.Im Herbst und im Winter fühlen sich viele Menschen müde, energielos, betrübt und griesgrämig und essen mehr als gewöhnlich. Für einige unter ihnen kann dieser Zustand bis zur Depression gehen.Die Hauptsymptome sind morgendliche Müdigkeit, mangelnde Dynamik, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Nachlassen der sexuellen Aktivität, andauernde Erschöpfung und der Bedarf nach sozialer Abgrenzung, Verlust an Produktivität, Interesse und Motivation, ein übertriebener Schlafbedarf und eine bedeutende Steigerung des Appetits (mit einer Neigung zu süßen Lebensmitteln).

Die Symptome der saisonalen Depression äußern sich meistens ab Oktober und verschwinden mit Beginn der längeren Tage; wobei sich dieser Zyklus jedes Jahr wiederholt.Wenn während der dunklen Jahreszeit die Tage kürzer werden, fällt etwa ein Fünftel dem Winterblues zum Opfer. Frauen und Jugendliche scheinen am meisten von dieser saisonbedingten Krankheit betroffen zu sein.

Unterschied zwischen einem lichttherapielampe und einem lichtwecker


Der lichtwecker stellt unsere biologische Uhr richtig, indem er unserem Organismus die beiden Faktoren Tag und Nacht anzeigt. So können wir also mit dem simulierten Sonnenuntergang besser einschlafen. Am Morgen zeigt uns der Lichtwecker die Aufwachphase an, indem er einen Sonnenaufgang nachahmt und dabei die Absonderung von Cortisol (Antistresshormon) in unserem Organismus auslöst.Der Lichtwecker ermöglicht uns also morgens ein natürliches Erwachen und am Abend ein schnelles Einschlafen.


Die Lichttherapie spielt eine andere Rolle als der Dämmerungssimulator: sie hilft uns in der dunklen Jahreszeit im Kampf gegen die aus dem Lichtmangel entstehenden Störungen. Denn tatsächlich sondert unser Organismus das Schlafhormon Melatonin ab, sobald die Lichtintensität unter 2000 LUX fällt, was Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und depressive Zustände bis hin zur Depression wie der saisonbedingten Depression usw. hervorruft. Indem Sie sich von einer speziell für diese Therapie entwickelten Lampe mit starker Leuchtkraft bestrahlen lassen, können Sie die Melatoninproduktion blockieren und so zu Ihrer normalen Aktivität und Ihrer verlorengegangen Dynamik zurückfinden.

Der Lichtwecker ist nach wie vor die ausgezeichnete Ergänzung zur Lichttherapie und unterstützt diese in ihrer Wirkung.

Samstag, 16. August 2008

Gewichtszunahme, Fresssucht und Appetitlosigkeit und lichttherapie


• « Eine Lichttherapie könnte allen weiblichen Jugendlichen verschrieben werden, die an Ernährungsstörungen leiden. » (Int eat Disord, Januar 2003 Vol 33 76-77).
Empfohlene Anwendung : ½ Stunde Lichttherapie, morgens (möglichst in den ersten 2 Stunden nach dem Aufstehen).

Wenn unser Gehirn im Herbst und im Winter dem Tageslicht weniger lang ausgesetzt ist, funktioniert es im „Nacht“-Modus. Es kommt also zu chemisch bedingten Störungen.
Der Melatoninspiegel (das von der Epiphyse bzw. vom Corpus pineale produzierte Nachthormon) steigt an und verursacht Müdigkeit und Niedergeschlagenheit. Gleichzeitig sinkt der Serotoninspiegel (also des Neurotransmitters, der von den serotoninergen Zellen abgegeben wird). „Dies könnte“, nach Aussagen von Professor Touitou, „den verstärkten Appetit auf Süßes erklären“.

Die Lichttherapie führt zu einem Anstieg des Serotoninwertes. Dies ließe sich mit einer eiweißreichen „Stoffwechseldiät“ verbinden, über die das für die Produktion von Serotonin erforderliche Tryptophan zugeführt werden könnte (eine diesbezügliche Studie läuft derzeit).
10% der Jugendlichen leiden an falschem Ernährungsverhalten. Eine japanische Studie zeigte, dass 40 % der weiblichen Jugendlichen an einer SAD litten. In der Studie erklärten die Autoren nicht, warum Fresssüchtige für diese Form der Depression empfänglicher waren. Doch Wissenschaftler schlagen vor, man könne allen weiblichen Jugendlichen, die an Ernährungsstörungen leiden, eine Lichttherapie verschreiben. (Int eat Disord, Januar 2003 Vol 33 76-77).

Bei der Fresssucht handelt es sich um eine Fehlernährung: Der Patient nimmt (oft heimlich) große Mengen an Nahrung auf.

Dr. Ray LAM von der University of British Columbia (Vancouver, Kanada) wies nach, dass eine tägliche Lichttherapie (1/2 Stunde bei 10.000 Lux) über einen Behandlungszeitraum von zwei Wochen die Fresssucht deutlich bremste und dabei auch die SAD nachließ. Vier Wochen später war die Fresssucht um 50% zurückgegangen.

Eine Studie von Forschern der Boston-University zeigte, dass man die Lichttherapie bei Personen verwenden kann, die an Fresssucht oder Appetitlosigkeit leiden und deren Zustand sich während der Winterzeit verschlechtert. Diese Vermutungen wurden in der Folge bestätigt.

Schlafstörungen und lichttherapie



• Der Betroffene schläft früh ein und wacht früh auf :
Empfohlene Anwendung: ½ Stunde Lichttherapie , abends (normalerweise gegen 17 Uhr).

• Der Betroffene schläft spät ein und wacht spät auf:
Empfohlene Anwendung: ½ Stunde Lichttherapie morgens, nach dem Aufstehen.

Um das Schlafproblem grundlegend zu lösen, sollten Sie Ihren Schlaf so anpassen, dass Sie die Therapie alle 3 Tage um je 15 Minuten vorziehen.Bsp.: Sie legen sich um 3 Uhr schlafen und wachen um 11 Uhr auf :


1. bis 3. Tag: ½ Stunde Lichttherapie um 11 Uhr morgens
4. bis 6. Tag: ½ Stunde Lichttherapie um 10 Uhr 45 morgens
7. bis 9. Tag: ½ Stunde Lichttherapie um 10 Uhr 30 morgens usw.

Der Schlaf selbst wird durch einen zirkadianen Rhythmus (24 Stunden) beeinflusst :

• In der ersten Nachthälfte überwiegt der langsame Tiefschlaf, der REM-Schlaf tritt dagegen vor allem in der zweiten Nachthälfte auf.
• Die Einschlafzeiten sind ebenfalls zyklischen Schwankungen unterworfen. Sie hängen davon ab, wann sich der Einzelne schlafen legt. Um 20 Uhr kann die Zeit bis zum Einschlafen bei jungen Menschen mehr als 50 Minuten dauern, um 7 Uhr morgens kann dagegen die Wachzeit vor dem Einschlafen bei den gleichen Personen auf unter 5 Minuten abfallen.
• Auch die Schlafdauer hängt von der Zeit des Schlafengehens ab. Geht man um 20 Uhr zu Bett, kann der Schlaf mehr als 9 Stunden dauern und legt man sich um 7 Uhr morgens zu Bett, so verkürzt er sich.


Der Wach-Schlaf-Rhythmus hängt jedoch auch von einer homöostatischen Regulierung ab (dem Versuch des Organismus, die biologischen Parameter angesichts äußerer Änderungen konstant aufrechtzuerhalten).

Zum Beispiel: Nach einer „durchwachten“ Nacht wird die Schlafdauer der folgenden Nacht nur auf ungefähr 10 bis 12 Stunden ausgedehnt. Es kommt also zur Häufung eines Faktors, der den fehlenden Schlaf berücksichtigt (Schlafdefizit).Nach dem Modell Dr. Bordelys (Anfang der 80er Jahre) sei Serotonin die Substanz, die die homöostatischen Faktoren berücksichtigt, und (das in der Epiphyse aus dem Serotonin hervorgegangene) Melatonin mit seiner schlafauslösenden und Körpertemperatur senkenden Wirkung jene Substanz, die die zirkadianen Faktoren berücksichtigt.

Schlafstörungen können als Fehlfunktion unserer biologischen Uhr betrachtet werden.

« Die Phototherapie gilt als beste nicht medikamentöse Behandlung zur Bekämpfung von Schlafstörungen ».

Nachtarbeiter und lichttherapie



• Beseitigt die kurzen Augenblicke des Einnickens und erhöht so die Sicherheit,
• Sorgt für neue Arbeitsmotivation
• Verringert die Gefahr, Fehler zu machen

Empfohlene Anwendung: 1/2 Stunde Lichttherapie mit der luminette® zu Anfang der Zeit, die dem eigenen Arbeitstag entspricht. ½ Stunde Lichttherapie zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens beseitigt die nachts plötzlich auftretende Erschöpfung.

Zeitzonenwechsel (Jetlag) und lichttherapie


• Die Lichttherapie kann helfen, sich in nur 1 bis 2 Tagen statt der üblichen 6 bis 7 Tage auf die geänderte Zeit umzustellen.
• Jede Reise muss dabei individuell und „von Mal zu Mal“ analysiert werden.


Zeitzonenwechsel werden von Reisenden, die manchmal mehrere Zeitzonen „überspringen“ müssen als schmerzhaft empfunden.Ihre biologischen Rhythmen funktionieren noch immer so wie am Startort und stimmen mit denen des Ankunftsorts nicht überein.
Man geht davon aus, dass für jede durchquerte Zeitzone mindestens ein Tag (eineinhalb Tage) nötig sind, bis wir wieder 100% unserer Leistungsfähigkeit erlangt haben.Für einen Flug N-Y/ Paris benötigen wir eine Woche.

Die Belastungen werden individuell sehr unterschiedlich empfunden und sind bei jedem anders ausgeprägt. So passen sich jene, die nur wenig Schlaf benötigen leichter an als „Langschläfer“.
Die Reiserichtung, ob von West nach Ost oder von Ost nach West (+ oder - x Stunden), beeinflusst ebenfalls die Fähigkeit zur Umstellung: Man kann den Tag leichter verlängern als verkürzen.

Ein paar zusätzliche Tipps :

>Trinken Sie im Flugzeug mindestens zwei Liter Wasser (keinen Alkohol, keinen Kaffee).>Stellen Sie sich direkt auf die Zeit am Ankunftsort ein. (Stellen Sie die Uhr auf die Ankunftszeit um, und stellen Sie sich vor, schon dort zu sein. Geben Sie Acht, dass Sie Ihr Flugzeug nicht verpassen, wenn Sie einen Zwischenstopp einlegen müssen).>Passen Sie Ihr Verhalten an die neue Zeit an.>Nehmen Sie ein eiweißreiches (fleischhaltiges) Essen ein, damit Sie länger wach bleiben.Eiweiße (Fleisch), die viel Tyrosin und wenig Zucker enthalten, stimulieren die Ausschüttung von Neurotransmittern (Serotonin) und erhöhen die Wachsamkeit.>Nehmen Sie ein kohlenhydratreiches Essen ein, damit sie leichter einschlafen.Milchprodukte (die viel Tryptophan enthalten) und zuckerhaltige Nahrungsmittel (die den Insulinspiegel erhöhen) helfen, beim Transport des Tryptophans die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. >Treiben Sie nach Ihrer Ankunft Sport, wenn Sie die Wachsamkeit erhöhen müssen.>Nehmen Sie 2 Stunden vor dem Zubettgehen ein warmes Bad.
Die Lichttherapie kann helfen, sich in nur 1 bis 2 Tagen anstatt der üblichen 6 bis 7 Tage an die neue Zeit anzupassen.
Jede Reise muss dabei individuell und „von Mal zu Mal“ analysiert werden.

Ältere Menschen und lichttherapie




Die Zellalterung beeinflusst die biologische Uhr. So erklären sich auch die Schlafschwierigkeiten älterer Menschen.

Sie schlafen meist früher ein und wachen früher auf. Jeder Fall ist ein Einzelfall. Die nächtlichen Schlafstörungen können zu schlimmen Folgen führen, wenn Ältere nachts alleine und unbeaufsichtigt aufstehen: Sturzgefahr und die Gefahr von Knochenbrüchen (die Knochen weisen eine erhöhte Brüchigkeit auf: Osteoporose).

Bei älteren Menschen wird die Einnahme von Schlafmitteln nicht empfohlen, da sie die bereits nachlassende Gedächtnisleistung Älterer weiter einschränken.
Eus Van Sommeren (Netherlands Institute for Brain Research and VU University Medical Center Amsterdam) zeigt in seiner Studie, dass bei älteren und meist dementen Personen eine Behandlung mit Lichttherapie auf Schlaf und Demenz positiv einwirken. Die Ergebnisse hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit sind mit denen, die durch cholinerge Medikamente hervorgerufen werden, vergleichbar (ohne dass jedoch dabei Übelkeit auftritt).

Empfohlene Anwendung: ½ Stunde Lichttherapie, abends (normalerweise gegen 17 Uhr).

Die Lichttherapie erhöht abends den Wachzustand, was die Patienten als Verbesserung ihres Allgemeinbefindens werten.